Atemübungen
Der "yogische" Anteil beim Lachyoga hat vor allem damit zu tun, dass alle Lachübungen immer mit tiefen Atemübungen kombiniert werden. Mit diesen Atemübungen wird die Lungenkapazität erhöht und trainiert, sie hält den Kreislauf in Balance und sorgt für neuen Sauerstoffzufuhr in allen Körperzellen. In Stresssituationen neigen wir dazu, schnell und flach zu atmen. Ein bewusstes, tiefes Durchatmen zwischendurch kann dafür sorgen, dass der Stresseffekt sofort reduziert wird. Zwischen den Lachyoga-Übungen sollte diese Atemübung so oft wie möglich wiederholt werden. Auch hier gibt es verschiedene Varianten:
Klassisch: Beim einatmen beide Arme hoch nehmen, durch die Nase in den Bauch hinein atmen, mit so viel Luft wie möglich füllen. Wenn die Arme oben sind, den Atem 3-4 Sekunden lang anhalten, dann mit einem stillen Pfeifton die Luft durch den Mund entweichen lassen, dabei die Arme nach unten fallen lassen. Wahlweise mit dem gesamten Oberkörper mit nach unten fallen lassen, die Arme und auch den Kopf richtig baumeln lassen, im wahrsten Sinne des Wortes alles "loslassen". Dadurch wird der gesamte Körper gestreckt, die Lungen geweitet, die Blutzirkulation angeregt und gleichzeitig die Nacken- und Schulterpartie gedehnt. Diese Atemübung kann jeweils 2 oder 3 Mal durchgeführt werden.
Die Lach-Variante: das erste Mal ein- und ausatmen wie oben beschrieben - Arme hoch, dann alles fallen lassen; nach dem 2. Mal einatmen oben etwas länger halten, dann beim ausatmen das Lachen kommen lassen und den Oberkörper nach unten fallen lassen - halten, bis das Lachen verebbt. Eine effektive Übung auch zwischendurch im Büro!
Die dynamische Variante: Wir bringen die Hände (nach innen gerichtet) beim einatmen auf die Höhe der Brust nach oben und ziehen dabei gleichzeitig das rechte Bein mit hoch. Am höchsten Punkt stoßen wir den Schrei "Ja" so laut wie möglich aus und reißen gleichzeitig wieder die Arme und das rechte Bein mit nach unten. Diesen Ablauf wiederholen wir genauso nochmal, indem wir das linke Bein mit den Armen anheben. Dann beide Seiten jeweils noch einmal wiederholen. Diese Übungen bringt uns sofort in einen energiereichen Zustand und bejaht das "Jetzt." Sie kann auch zur eigenen oder gegenseitigen Ermutigung vor einer schwierigen Aufgabe oder einem wichtigen Termin durchgeführt werden. Sie bringt uns in einen Zustand der inneren Zuversicht und Ausgeglichenheit.
Die Variante "Schultern lockern": Diese Variante stammt aus dem "Qi Gong" und sorgt für die Lockerung der Schultern und die Stabilisierung der Brust- und Schultermuskulatur. Durch den Wechsel der Blickrichtung haben wir gleichzeitig einen Trainingseffekt für die Augen. Wir stehen aufrecht und locker, die Füße parallel und in schulterbreitem Abstand, die Knie leicht gebeugt. Wir legen die Hände vor dem Brustkorb zusammen und pressen beim Einatmen die Handflächen aneinander; gleichzeitig drehen wir die Hände zum Brustbein, während die Augen die Bewegung der Fingerkuppen verfolgen. Beim Ausatmen lösen wir die Spannung wieder und schauen mit den Augen in die Ferne. Auf diese Weise atmen wir 6x (wahlweise 3x) ein und aus. Danach atmen wir 3x jeweils auf "Ha" aus. Beim nächsten ausatmen zeigen wir lachend mit den Fingerspitzen mit einem "Hahahahaha" halbkreisförmig in den Raum hinein.
Herzatmung: Diese Übung unterstützt uns dabei, mit einem heiteren Gefühl der Toleranz und Gelassenheit uns selbst und anderen gegenüber in den Tag zu gehen. Sie stammt ebenfalls aus dem Qi Gong. Die Grundhaltung ist die Gleiche wie beim "Schultern lockern". Beim ersten Einatmen heben wir die Handinnenflächen mit nach oben an, bis Bauchnabelhöhe. Beim Ausatmen formen wir ein kleines Herz (für mich). Beim zweiten Einatmen heben wir die Handinnenflächen bis kurz über die Brust und formen beim Ausatmen ein mittleres Herz (für diese Gruppe); beim dritten Einatmen heben wir die Handinnenflächen bis zum Kinn und formen beim Ausatmen ein großes Herz (für die ganze Welt); diese Übung lässt sich ein zweites Mal wiederholen, diesmal in der "Lach-Variante": Ausatmen jeweils auf "Ha", beim letzten Ausatmen (großes Herz) die Heiterkeit kommen lassen, mit einem "Hahahahaha".
An der Blume riechen: Wir plücken symbolisch eine Blume, riechen an ihr und halten sie genüßlich mit einem Seufzer und Lächeln ans Herz
Wolken wegschieben: Wir heben die Arme hoch gen Himmel und stellen uns vor, dass wir beim ausatmen die Wolken wegschieben, mit dementsprechender Armbewegung dazu.Das wiederholen wir zweimal, danach holen wir lachend die Sonne in unser Herz: Beide Hände auf die Brust und hhahhahha...